Island Roadtrip 2017 © Thomas Mussbacher und Ines Erlacher

Unser Island Roadtrip – Vorbereitung, Planung und Tipps

Wir waren im Oktober 2015 zum ersten Mal in Island. Damals haben wir die Insel von Ihrer Hauptstadt Reykjavík aus mit unterschiedlichen Bustouren erkundet. Es steht fest, wir wollen diesmal mit dem Auto fahren. Aber welche Vorbereitungen sind für einen Island Roadtrip nötig?

Die Grobplanung der Route für unseren Island Roadtrip

Zuerst planen wir was wir alles sehen möchten und teilen die Strecke dann in Teilabschnitte. Die längeren Strecken planen wir gleich zu beginn, denn wenn etwas Unvorhergesehenes passiert haben wir so noch die besten Chancen um zu reagieren. Unsere Strecke sieht so aus:

Wir sind insgesamt 8 Tage unterwegs. Unser Flug kommt am 22.3. am Abend (ca. 18 Uhr) in Keflavík an und unsere Strecke sieht im groben so aus:

Tag 1: Ankunft und danach wollen wir gleich bis zum Skógafoss (knapp 200 km).

Tag 2: die Südküste entlang bis in den Osten nach Breiadalsvik (knapp 460 km)

Tag 3: die Ostküste entlang bis in den Norden nach Akuyeri (knapp 540 km)

Tag 4: von Akuyeri über die Halbinsel Vatnsnes nach Borgarnes (knapp 220 km)

Tag 5: Fahrt über den Golden Circle nach Selfoss (knapp 250 km)

Tag 6: von Selfoss mit Zwischenstopp bei der Silfra Spalte nach Reykjavík (knapp 90 km)

Tag 7: Besuch der Blue Lagoon und Rückgabe Auto in Keflavík (knapp 80 km)

Tag 8: Heimreise. Unser Rückflug geht am 29.3. um 9 Uhr 25.

 

Von den Kilometern (ca. 1.840) scheint die Strecke so also gut machbar. Die oben angeführten Kilometerangaben sind aber nur ein Grobplan. Besichtigungen und die Wege zu den Sehenswürdigkeiten sind hier noch nicht mit einberechnet. (Anmerkung: Insgesamt kommen wir dann doch auf über 2.500 Kilometer).

Island Roadtrip 2017 © Thomas Mussbacher und Ines Erlacher

Wichtige Links

Es gibt ein isländisches Sprichwort: „Wenn dir das Wetter nicht passt, dann warte 5 Minuten“. Und das ist wirklich so, denn auf Island kann das Wetter schnell umschlagen. Das haben wir schon während unseres ersten Aufenthaltes gemerkt. Wir hatten Regen, dann Hagel und Schnee und ein paar Minuten später schon wieder strahlenden Sonnenschein. Es ist also wirklich wichtig immer zwei Dinge im Auge zu behalten:

  1. Das Wetter
  2. Die Straßenbedingungen

 

Aber keine Angst, ihr braucht nicht zum Wetterfrosch mutieren, es gibt gute Hilfsmittel. Besonders ans Herz legen möchten wir euch hierfür zwei Websites:

 

en.vedur.is/ – hier findet ihr laufend das aktuelle Wetter, bei uns war das vorhergesagte Wetter eigentlich immer zutreffend

www.road.is – diese Seite solltet ihr euch schon vorab anschauen, da ihr wichtige Sicherheitstipps und hilfreiche Videos findet, die euch auf das Fahren vorbereiten und während der Reise findet man hier alle aktuellen Straßensperren (wird im 10 Minuten-Takt aktualisiert).

Rund um das Autofahren auf Island und Tipps für eure Sicherheit findet ihr hier auch noch nützliche Infos: www.drive.is und www.safetravel.is

Island Roadtrip 2017 © Thomas Mussbacher und Ines Erlacher

Sicherheitstipps & wichtige Infos für euren Island Roadtrip

Bevor wir euch aber von unserem Auto erzählen, hier noch ein paar wichtige Infos zum Fahren auf Island. Auf der Seite von drive.is findet man folgende 10 Tipps:

  1. Jeder im Auto sollte den Sicherheitsgurt benutzen.
  2. Auch wenn es oft so scheint als wäre man alleine auf den Straßen unterwegs, sollte das Auto nie auf einer Straße angehalten oder gar geparkt werden (außer in Notfällen). Sicherheit geht vor.
  3. Auf den Schotterstraßen ist meist eine Geschwindigkeit von 80 km/h erlaubt. Dennoch sollte gerade auf diesen Straßen die Geschwindigkeit reduziert werden.
  4. Generell gilt: die Geschwindigkeit immer den Verhältnissen anpassen.
  5. Laufend das Wetter und die Straßenbedingungen im Auge behalten – hilfreiche Seiten dafür sind en.vedur.is, www.road.is und www.safetravel.is
  6. Vor allem während der Sommermonate in denen es nicht bzw. nur kaum dunkel wird ist es wichtig auf ausreichend Schlaf zu achten
  7. Immer mit Licht fahren – egal ob Tag oder Nacht
  8. Es gibt zahlreiche einspurige Brücken, bei denen gilt: wer zuerst kommt, fährt zuerst. Auch hier gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht.
  9. Immer die Umgebung im Auge behalten, denn es kann sich zum Beispiel ein Schaf plötzlich dafür entscheiden die Straße zu überqueren.
  10. Niemals sollte eine gesperrte Straße befahren werden, denn das kann einem das Leben kosten.

 

Die Straßen weisen oft sehr viele und große Schlaglöcher auf. Auch starker Wind und die schnellen Wetteränderungen können das Fahren beeinflussen. Genügend Abstand halten ist daher dringend zu empfehlen. Leider sehen das manche Fahrer nicht so. Wenn man merkt, dass einem jemand immer wieder nahe auffährt ist es besser, wenn man nach rechts blinkt und somit signalisiert, dass der andere überholen soll.

 

In bewohnten Gegenden und Städten sind max. 50 km/h erlaubt. Auf asphaltierten Landstraßen sind 90 und auf Schotterstraßen 80 km/h erlaubt. Die Tafeln für Geschwindigkeitsbegrenzungen sind rot und gelb. Manchmal sieht man auch blau-weiße Schilder, diese sind als Empfehlungen gedacht. Polizei sieht man nicht oft, aber Kameras zur Kontrolle der Geschwindigkeit sind weit verbreitet und die Strafen sind empfindlich hoch. Immer wieder gibt es Hügel oder Kurven die nicht einsehbar sind. Hier sollte auch die Geschwindigkeit reduziert und die Aufmerksamkeit erhöht werden.

Auf der Seite von www.drive.is kann man sich noch ein paar Videos ansehen. Ein Elfe erklärt hier, worauf es beim Autofahren auf Islands Straßen ankommt. Auch wenn die Videos dem ein oder anderen vielleicht ein wenig kindisch vorkommen, die Tipps sind sehr hilfreich und können vor Unfällen bewahren.

 

Wichtige Telefonnummern

Folgende Telefonnummern solltet ihr in euer Handy einspeichern: Die Nummer 1777 ist für Informationen und die Nummer 1778 kann für Auskünfte zu Wetter und Straßenbedingungen verwendet werden. Die Nummer 112 ist die Notrufnummer. Mobiltelefone sollten immer eingeschaltet sein und auch der Klingelton sollte auf laut gestellt werden, denn sollte zum Beispiel ein Vulkan ausbrechen, wird man darüber gewarnt und Vulkanausbrüche sind (aufgrund deren Lage inmitten von Gletschern) mit starken Überschwemmungen verbunden.

 

Tankstellen

Auch wenn es viele gibt, besser immer rechtzeitig tanken! Manche Streckenabschnitte können lange werden. Die meisten Tankstellen sind nur Tankautomaten, an denen man mit Kreditkarte zahlen kann. Eine Kreditkarte und eine weitere in Reserve sind somit wichtig. Man sollte sich die Strecke auf jeden Fall immer vorab anschauen und sich über mögliche Tankstellen informieren. Es sollte auch immer ein gewisser Polster mit einberechnet werden, nur falls eine Tankstelle einmal ein technisches Problem haben.

 

GPS und wlan

Auch wenn die Straßen einfach scheinen, ein GPS im Auto ist nie verkehrt. Manche Autovermietungen bieten auch wlan an. Nachdem man immer wieder Wetter und Straßensperren checken sollte, ist dies auch zu empfehlen. Sollte die Autovermietung eurer Wahl kein wlan anbieten, könnt ihr euch mit Trawire helfen. Bei Vorbestellung bis zu 4-6 Tagen vor Anreise kann man sich dann das Modem einfach bei einer der N1 Tankstellen abholen. Bei späterer Buchung ist nur mehr die Abholung in der Zentrale möglich. Das Modem wird befindet sich dann in einer Box vor der Türe. Zurückgeben kann man es dann einfach mittels vorfrankiertem Kuvert bei jeden Postkasten (am Flughafen befindet sich zB. gleich bei Betreten der Abflughalle rechts ein Postkasten). Die Kosten pro Tag sind in etwa € 10 – € 15.

Island Roadtrip 2017 © Thomas Mussbacher und Ines Erlacher

Restaurants und Hotels

Zu den Restaurants und Hotels die wir kennengelernt haben werden wir euch in den jeweiligen Beiträgen dann noch etwas erzählen. Viele Hotels und Unterkünfte haben keine 24-Stunden Rezeption. Manche bieten Schlüsseltresore und bei anderen muss man sich den Schlüssel organisieren. Besser also schon vorab die Hotels informieren und klarstellen, dass man dann auch an den Schlüssel kommt. Die Telefonnummern der Hotels solltet ihr auch mit dabei haben. Auch für viele Hotels und Unterkünfte ist eine Kreditkarte erforderlich, denn bei manchen bekommt man die Gastgeber nicht zu Gesicht.

Die Restaurants schließen in den Wintermonaten bereits meist um 21 Uhr und Küchenannahmeschluss ist meist um 20 Uhr. Das solltet ihr auch während eurer Planung berücksichtigen. Viele Orte sind winzig und da gibt es meist keine Ausweichmöglichkeit. Getränke sollten sowieso immer mitgeführt werden. Auch der ein oder andere Snack für die Fahrt bzw. bei Notfällen ist gut.

Wir empfehlen euch Hotels und Restaurants schon vorab zu buchen bzw. sich über die Öffnungszeiten zu informieren, denn im Winter hat vieles geschlossen und im Sommer kann es schon ziemlich voll werden. Auch wer gerne spontan ist, sollte auf Island lieber vorausplanen.

 

Eintritte und Besichtigungen

Der Großteil der Sehenswürdigkeiten und Attraktionen ist kostenlos. Will man zB. in der Silfra Spalte Tauchen oder Schnorcheln sollte man aber vorab buchen. Auch im Winter können die Plätze knapp werden. Die zahlreichen Thermalbäder sind auch einen Besuch wert. Bei manchen wie zB. der Blue Lagoon muss man aber bereits vorab buchen. Einfach hinfahren und Baden gehen kann sonst schwierig werden. Auch Nordlichttouren und Walsafaris sind sehr beliebt. Ist man selbst mit dem Auto unterwegs, kann man Nordlichter aber auch gut ohne bezahlte Touren sehen. Generell gilt: auf Mondphasen, Nordlichtaktivität und Wetter achten www.en.vedur.is und Orte mit möglichst wenigen störenden Lichtquellen aufsuchen. Warm anziehen! Will man Nordlichter fotografieren, braucht man eine gute Kamera und sollte bereits vorab spezielle Einstellungen vornehmen. Unsere Tipps zu den Nordlichtern werden wir auch noch überarbeiten.

 

Ausrüstung und Kleidung

Warme Kleidung ist vor allem im Winter ein Muss, denn nur wenn man warm angezogen und trocken ist, macht es auch wirklich Spaß. Wir empfehlen euch Wolle und bei der warmen Unterwäsche vor allem Merinowolle. Festes Schuhwerk und auch immer eine zweite Garnitur zum Wechseln, denn es kann ganz schön nass werden. Ihr solltet auch unbedingt einen guten Regenschutz mitnehmen. Wer sich vor Ort mit Islandwolle eindecken möchte, kann dies in einem der zahlreichen Shops zB. in Vík machen. Dort gibt es zum Beispiel warme Socken, Handschuhe oder Hauben sowie Wollpullis (ca. € 150 – € 200) und Regenschutz (günstige Alternativen oder auch eine etwas bessere Jacke um ca. € 80). Auch eine wasserfeste Kamera (zB. Gopro) können wir nur empfehlen, denn dann kann man bei jedem Wetter die Erinnerungen auf Fotos und Videos festhalten. Mobiltelefone und Geräte sollten immer gut aufgeladen sein. Informiert euch am besten vorab, ob euer Auto über einen USB Anschluss verfügt und nehmt das entsprechende Ladekabel mit. Sollte kein USB Anschluss verfügbar sein, entweder einen Adapter für den Zigarettenanzünder mitnehmen (Kontrolle ob ein Zigarettenanzünder verfügbar ist) oder ein wenig Geld in ein gutes mobiles Ladegerät investieren. Es kann durchaus passieren, dass euer Akku durch kaltes Wetter schneller schlapp macht. Auch wenn das Klima Islands durch den Golfstrom etwas gemäßigter ist, durch Wind und Nässe fühlt es sich gleich mal um ein paar Grad kälter an.

 

Die grobe Vorplanung für unseren Island Roadtrip ist somit abgeschlossen, jetzt geht es ans Eingemachte. Die Suche nach dem Auto. Generell ist es empfehlenswert einen Allradantrieb vorzuziehen. Auch wenn man immer wieder kleine Autos sieht, die dennoch gut vorankommen, geht die Sicherheit hier vor. Es kann einem nämlich passieren, dass man plötzlich mit widrigen Bedingungen konfrontiert wird.

Wir nehmen uns viel Zeit für die Auswahl eines geeigneten Autos. Wichtig ist auch, dass man gut vergleicht und auch die Versicherungen genau anschaut, denn es gibt immer wieder Schotterstraßen und ein Steinschlag kann einem sonst teuer kommen. Auch dem starken Wind ist schon die ein oder andere Türe zum Opfer gefallen. Ein möglichst niedriger Selbstbehalt und eine gute Versicherung sind somit auf jeden Fall vorzuziehen.

Das Beste kommt zum Schluss

Wir haben noch eine kleine Checkliste für euren Island Roadtrip erstellt. Diese könnt ihr euch einfach ausdrucken und habt somit die wichtigsten Infos für euren Island Roadtrip in der Tasche. Hier geht’s zum Download der Checkliste.

Ihr plant einen Urlaub und wollt die Erinnerungen festhalten? Kennt ihr schon das Journey Book? Wir haben es für euch getestet und dürfen 3 an euch verlosen. Es gibt euch eines für Island. Der ideale Begleiter um euren Island Roadtrip festzuhalten. Hier geht’s zum Gewinnspiel.

8 Gedanken zu “Unser Island Roadtrip – Vorbereitung, Planung und Tipps

  1. Wow, da habt ihr euch einiges vorgenommen. Manche Etappen waren schon ziemlich lang, oder? Ich bin selbst gerade am Planen unseres Roadtrips im August und hatte schon ein schlechtes Gewissen, weil ich zweimal knapp 300 km drin hatte 🙂

    Frage aus Interesse: Würdet ihr im Nachhinein gesehen nochmal über 500 km am Tag fahren?

    Liebe Grüße
    Lisa

    1. Liebe Lisa,
      danke für deinen lieben Kommentar
      Also wir würden es genau so nochmals machen. Die Planung hat wirklich gut gepasst. Es hängt halt dabon ab, ob ihr im Sommer auch wandern gehen wollt. Das müsste dann noch berücksichtigt werden.
      Aber vom Fahren her geht es so echt gut.
      Liebe Grüße Ines

  2. Eine tolle Route! Ich bin im September für 12 Tage in Island und plane gerade die Tour, da kommen eure Tipps genau richtig 🙂 Freu mich schon auf die folgenden Beiträge!

    1. Liebe Christine,
      Danke für deinen lieben Kommentar bald gibt es die Route noch im Detail. Wenn du Fragen hast oder noch Tipps brauchst, kannst du dich gerne melden liebe Grüße Ines

    1. Liebe Melanie!
      Danke für deinen lieben Kommentar leider ist unser Island Roadtrip schon wieder vorbei, es war aber unglaublich schön und wir haben viel erlebt. Das Highlight waren dann die Nordlichter!
      Liebe Grüße Ines

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