Longyearbyen Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher

Longyearbyen Spitzbergen

Unser Tag startet früh. Gottseidank wohnen wir in Oslo gleich direkt am Flughafen. Leider gibt es noch kein Frühstück. Am Flughafen verkneifen wir uns nochmals Essen zu kaufen. Gestern hatten wir bereits ein „Dinner“ mit einem Burger, einem Salat und zwei Bier um € 60. Aber das hatten wir von Norwegen schon erwartet und Flughäfen sind ja generell eine Sache für sich. OMG wir heben ab. Warum ich diesmal besonders aufgeregt bin? Es geht in die Arktis. Ich kann es noch immer nicht glauben, aber in etwa 3 Stunden ist es endlich soweit und wir landen am Flughafen von Longyearbyen, Spitzbergen.

Schon vom Flugzeug aus bietet sich ein atemberaubender Blick auf Spitzbergen. Am liebsten würde ich vor Freude herum springen – ich verschiebe das aber lieber auf nach der Landung.

Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher

Nach einer angenehmen Landung sind wir endlich da. Und wir lieben schon den Flughafen.

Longyearbyen Flughafen Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher Longyearbyen Flughafen Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher Longyearbyen Flughafen Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher

Vorsicht vor den Eisbären. Ist man in Longyearbyen, dann ist man in der Eisbärensicheren-Zone. Außerhalb muss immer ein Guide mit Waffe dabei sein. Diese dient nicht dazu den Eisbären abzuknallen, das würde dann auch Mordermittlungen hinter sich ziehen, sondern um diesen in einer sicheren Distanz zu halten. Longyearbyen ist die Hauptstadt von Spitzbergen. Spitzbergen ist die größte Hauptinsel von Svalbard und befindet sich nördlich des Polarkreises. Spitzbergen wird von Norwegen verwaltet und direkt von einem Repräsentanten der norwegischen Regierung geleitet. Dieser trägt den Titel Sysselmann und ist gleichzeitig Polizeichef und hat viele andere offizielle Funktionen. Sämtliche Steuern die auf Spitzbergen eingenommen werden, bleiben aber hier. Die Steuern unterscheiden sich daher von Norwegen und sind niedriger. Es gibt hier keine Umsatzsteuer, dennoch ist das Preisniveau nicht gerade niedrig.

Longyearbyen Flughafen Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher

Wir fahren mit einem Bus zu unserer Unterkunft. Unser Busfahrer bietet gleichzeitig Nordlichttouren an. Man muss sich einfach per SMS registrieren und bekommt jeden Abend eine Info, ob die Tour stattfindet oder nicht. Will man dann teilnehmen, schreibt man einfach dazu wie viele Personen und von wo man abgeholt werden möchte. Wir haben in den Coal Miners‘ Cabins gebucht. Eine der belibtesten Unterkünfte hier. Sie befindet sich ca. 45-50 Minuten zu Fuß von Longyearbyen entfernt und ist eine ehemalige Baracke in der Minenarbeiter. Kohleminen haben auch die ersten Siedler angelockt und sind ein wichtiger Wirtschaftszweig. An der Unterkunft angekommen, muss man vor dem Check-In die Schuhe ausziehen, denn dies ist hier wegen dem vielen Schnee so üblich. Dann beziehen wir unser Zimmer. Das Bad teilt man sich hier, aber es ist immer sauber und immer mindestens eines frei, das geht also sehr gut. Und für den Blick würde man so einiges auf sich nehmen:

Coal Miners' Cabins Longyearbyen Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher Longyearbyen Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas MussbacherCoal Miner's Cabin Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher Coal Miner's Cabin Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher Coal Miner's Cabins Longyearbyen Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher

 

Die Rentiere kommen bis zur Haustüre:

Rentier Coal Miner's Cabins Longyearbyen Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher Rentiere Coal Miner's Cabins Longyearbyen Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher Rentier Coal Miner's Cabins Longyearbyen Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher Rentier Longyearbyen Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas MussbacherCoal Miner's Cabins Longyearbyen Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher

Kulinarisch haben die Coal Miner’s Cabins auch einiges zu bieten: die Einheimische sind sich einig, hier gibt es die besten Burger und Spezialitäten vom Kohlegriller. Und soweit können wir Ihnen zustimmen, die Burger und generell das Essen ist wirklich lecker. Zusätzlich gibt es noch Polar Bear und Polar Beer:

Longyearbyen Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher Coal Miner's Cabin Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher Coal Miner's Cabin Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher

Wir dürfen 3 der 5 Biesorten der Svalbard Bryggeri, der nördlichsten Brauerei der Welt kosten:

  • Pale Ale – das mag Thomas am liebsten, es hat einen süßlichen Geschmack, der an Radler erinnert
  • Pilsner – mein Favorit, schmeckt frisch und spritzig
  • Stout – ein dunkles Bier, das mögen wir nicht so

Sobald das Bier auch nach Österreich geliefert wird, werden wir da wohl ordern 🙂

 

Frisch gestärkt machen wir dann noch einen Spaziergang nach Longyearbyen-City. Man kann hier bis zum Meer spazieren, es gibt ein Museum mit vielen Infos über die Einwohner, die ersten Siedler und die wirtschaftliche und politische Entwicklung sowie das nördlichste Pub der Welt, das wir natürlich auch nicht auslassen. Im Supermarkt belächeln wir noch das Expeditionsessen, ohne zu wissen, das wir dieses schon bald selbst essen werden – dazu aber mehr im nächsten Beitrag.

Das Licht ist einfach traumhaft. Wir sind etwas mehr als 1 Woche vor dem Tag an dem die Sonne zurückkehrt hier. An dem Tag feiern die Einheimischen, dass die Sonne wieder zu sehen ist. Sie ist vorher zwar schon da, aber eben nicht zu sehen. Hier noch Impressionen von Longyearbyen:

Longyearbyen Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas MussbacherLongyearbyen Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher Longyearbyen Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher Longyearbyen Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher Longyearbyen Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher Longyearbyen Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher Longyearbyen Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher Longyearbyen Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher Longyearbyen Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher Longyearbyen Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher Longyearbyen Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher Longyearbyen Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher

Was wir hier noch erleben wollen: Nordlichter und natürlich Eisbären sehen.

 

Nordlichter

Wir wollen Nordlichter sehen. Gegenüber von der Rezeption gibt es einen Fernseher der immer das aktuelle Wetter, Ausflüge und Nordlichtforecasts zeigt. Wir fragen nach den Chancen. Angeblich sind die Nordlichter nur 5-6 Mal im Jahr zu sehen. Nachdem die Tour hier aber nicht viel kostet und auch kurz ist (es ist hier nämlich wirklich kalt) entschließen wir uns dazu und BINGO:

Nordlichter Longyearbyen Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher Nordlichter Longyearbyen Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher Nordlichter Longyearbyen Spitzbergen © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher

Es ist echt nicht einfach, dieses spektakuläre Naturschauspiel zu fotografieren. Ihr wollt auch Nordlichter sehen? Hier unsere 15 Tipps wie Ihr die Aurora sehen und auch fotografieren könnt.

 

Bevor wir euch auf unsere Schneemobil-Tour mitnehmen, haben wir hier noch eine kleine Arktis-Checkliste erstellt:

Warme Kleidung

Dabei unbedingt zu einer guten Qualität greifen: Fleece hält nicht unbedingt warm, vor allem bei den Händen. Besser ist Schafwolle. Auch die Einheimischen schwören bei der Kleidung auf Merinowolle. Wir haben vorher sehr viel recherchiert und Testberichte gelesen und auch vor Ort hat sie den Test bestens bestanden. Ich hätte sonst nie 10 Stunden im Freien ausgehalten.

 

Warmes, wasserfestes Schuhwerk

Hier ist überall Schnee. Gutes Schuhwerk zahlt sich also aus. Am besten auch noch darauf achten, dass es höhere Stiefel sind, damit der Schnee keine Chance hat. Bei kalten Füßen hilft sonst auch keine Warme Kleidung.

 

Heat Packs

Auch die wärmste Kleidung kann etwas Unterstützung brauchen. Wir haben verschiedenste Heat Packs getestet. Unser Meinung nach sind die Sohlenwärmer die beste Lösung. bei einer Außentemperatur von Minus 15 Grad, die sich noch viel kälter anfühlen und einer Geschwindigkeit von 90-100 km/h am Schneemobil halten sie zusätzlich warm. Die Handwärmer bringen nicht viel. Ich habe mir dann einfach die Sohlenwärmer in die Handschuhe gesteckt. Noch ein Vorteil: diese kleben und bleiben somit auch besser am Platz.

 

Skibrille, Skimaske und einen warmen Schal

Bei einer Schneemobil-Tour ist zwar die Ausrüstung inkludiert, aber eigene Kleidung und das vor allem im Gesicht, ist sicher angenehmer. Außerdem friert die Skibrille auch leicht ein, da ist gut, wenn man eine Alternative hat.

 

Taschenlampe

Auch wenn die Stadt an sich schon gut beleuchtet ist, eine Taschenlampe ist nie verkehrt. 🙂

 

Eine gute Reiseapotheke

Auch wenn man immer warm angezogen ist, eine Verkühlung kann schnell passieren. Da will man dann gleich wieder fit für Abenteuer sein und nicht im Zimmer abhängen.

 

GoPro oder eine andere Action-Kamera

Smartphones und Kameras leiden aufgrund der Kälte. Action Cams sind klein, handlich und funktionieren am besten. Und auch feuchtigkeit und Schnee können ihnen nichts anhaben.

 

Ein Powerpack für unterwegs

Durch die Kälte leiden Akkus mehr als sonst und brauchen öfters neuen Saft.

 

Ganz viel Entdeckerlust

Vor allem wenn man mit dem Schneemobil die Umgebung erkunden will, braucht man Abenteuer- und Entdeckerlust. Es gibt keine Pausen in denen man sich aufwärmen oder ein WC nutzen kann. Das muss man mögen. Ich mag das eigentlich nicht. Ich entscheide mich aber, über meinen Schatten zu springen. Der Wunsch Eisbären zu sehen ist einfach größer. Eine wirklich gute Entscheidung. Unsere Schneemobilexpedition an die Ostküste.

Tipp: auch unsere Bloggerkolleginnen von Travelinspired.de haben einige Tipps für Spitzbergen.

12 Gedanken zu “Longyearbyen Spitzbergen

    1. Liebe Barbara,
      danke für deinen lieben Kommentar. Ja hin zu fliegen ist praktisch, aber auch die Schifffahrt wäre sicherlich toll. Der Vorteil beim Flug ist halt, dass man mehr Zeit in dieser einzigartigen Landschaft verbringen kann, dafür muss man, um Eisbären zu sehen, 10h mit dem Schneemobil durch die Kälte fahren. Mit dem Schiff hat man halt die Möglichkeit sich aufzuwärmen 🙂
      Liebe Grüße
      Ines und Thomas

  1. Wow, toller Bericht.
    Ich war während meines Jobs auf Kreuzfahrtschiffen auch das ein oder andere mal auf Spitzbergen. Aber als Crew hat man natürlich nicht so viel Zeit. Euer Bericht hat mich trotzdem an diese intensive Zeit erinnert. Danke.

  2. Wow, da wollte ich eigentlich nur mal schnell gucken, wer da beim Bloggerprojekt von habe-ich-selbstgemacht so alles dabei ist, und werde in eine für mich Foodblogger völlig fremde Welt gezogen… Ich bin fasziniert und wollte das nur mal kurz anmerken!
    Euer Bericht macht richtig Spaß!
    Viele Grüße
    Simone

    1. Liebe Simone, danke für deinen lieben Kommentar. Das freut uns sehr. 🙂 Spitzbergen war einfach so traumhaft schön… Vielleicht schaust du ab jetzt ja öfters vorbei 🙂 Dein Blogname klingt echt super, ich liebe Zimt – da klick ich doch gleich mal rein 🙂 Liebe Grüße Ines

  3. Liebe Ines, lieber Thomas!
    Ich bin ja eigentlich nicht so der Wintertyp- aber euer toller Reisebericht und die Bilder machen schon Lust auf dieses fantastische Schnee-Erlebnis mit den Nordlichtern.
    Schön, dass ihr bei meinem Bloggerprojekt dabei seid!
    Liebe Grüße, Julia

    1. Liebe Julia, danke für deinen Kommentar 🙂 Danke, dass wir bei deinem Projekt dabei sein dürfen! Wir mögen es eigentlich auch gerne warm, aber die einzigartige Landschaft und die Nordlichter lassen einen die Kälte viel besser aushalten, als wenn es bei uns einfach kalt und nass ist… Liebe Grüße Ines

  4. Neid!!! Wie genial mit den Rentieren und den Nordlichtern! Mega cool! Waren damals auch in den Coal Miners Cabins, allerdings im Herbst, da lag leider kein Schnee und die Schneemobile standen überall rum wie bestellt und nicht abgeholt 😉 Müssen unbedingt nochmal im Winter hin! wann genau wart ihr da?

  5. Danke das ihr dieses Erlebnis mit uns teilt und für die vielen Infos und tollen Fotos, werde ich mir zu Herzen nehmen wenn ich mir nach meinem Traum Kanada auch diesen Erfüllen werde. Allerdings hatte ich geplant in Grönland zu bleiben, dies werde ich mir nach Eurem Bericht nochmal überlegen

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