Jökulsárlón Island ©Ines Erlacher

Island – South Coast Tour Teil 2

Bisher hat uns Island wirklich verzaubert. Ich habe ja versprochen, in diesem Beitrag zu verraten, was bei dieser Tour mein persönliches Highlight ist. Und ihr werdet es kaum erraten, aber genau das mache ich jetzt 🙂

Bei unserem nächsten Halt verlassen einige Touristen die Gruppe. Sie werden aber nicht ausgesetzt oder so, sondern starten ihre Tour durch den 1967 gegründeten Skaftafell-Nationalpark. Wir haben uns für die zweite Variante entschieden. Bei einem steirischen Schnapserl im Bus mit zwei Mädels aus Deutschland am Ende des Tages stellte sich heraus, das wir wohl die bessere Wahl getroffen haben. Aber ganz egal, was dieser Nationalpark zu bieten hat, für mich könnte so oder so nichts unser Erlebnis toppen. Angekommen bei der Gletscherlagune, mit dem – wie ich finde – wieder einmal sehr klangvollen Namen Jökulsárlón, ist man gleich gefesselt von dem Anblick. Es offenbart sich der Blick auf einen beeindruckenden Gletscher und eine vorgelagerte Lagune. In dieser Lagune treiben Eisblöcke. Diese präsentieren sich in den unterschiedlichsten Blautönen. Obwohl wir nicht die einzigen Besucher sind, strahlt dieser Ort eine magische Ruhe aus, die man erst einmal auf sich wirken lassen muss.

Jökulsárlón Island ©Ines ErlacherJökulsárlón Island ©Ines ErlacherJökulsárlón Island ©Ines ErlacherJökulsárlón Island ©Ines Erlacher

Wir können es gar nicht abwarten die ersten Bilder zu machen. Auch andere Touristen sind scheinbar dem gleichen Wahn verfallen. Fast hätten wir versäumt, dass bloßes Betrachten der Lagune ja noch gar nicht alles ist. In Gruppen eingeteilt betreten wir in einer ordentlichen Reihe, die viele VolksschullehrerInnen neidisch machen würde, ein ziemlich freakiges Fortbewegungsmittel: ein Amphibienfahrzeug. Wir bekommen ein kurzes Briefing, eine Rettungsweste und ab geht‘s. Zuerst fahren wir über eine holprige Steinstraße. Dass der Fahrer während der Fahrt scheinbar seinen Facebook Status updatet ist nicht sehr vertrauenserweckend… Es intensiviert aber definitiv unser Aufregungslevel. Auf dem Wasser angekommen, kommen wir aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Klare, hellblaue Eisberge um uns herum. In der Ferne können wir sogar ein paar Seehunde erblicken. Leider ist es mehr die Art Ihrer Bewegung und der Hinweis der Reiseleiterin die erkennen lassen, was wir da gerade sehen, aber egal, Seehunde in freier Wildbahn check. 🙂

 

Damit wir nicht das Schicksal der Titanic teilen, ist ein netter junger Mann mit seinem Zodiac unterwegs um das Eis im Auge zu behalten. Wir erfahren auch einige interessante Infos. Zum Beispiel, dass diese schwarzen, schmutzig erscheinenden Einschlüsse im Eis eigentlich Vulkanasche sind. Das Eis bleibt aber nicht nur an diesem Ort sondern, je nachdem ob gerade Ebbe oder Flut ist liegt es gerade faul in der Lagune herum oder tummelt sich am Strand. Würde mir auch gefallen. 😀 Wir tun es dem Eis gleich. Nein wir schwimmen nicht durch die Lagune, sondern folgen dem Eis an den Strand. Selbstverständlich trockenen Fußes. Bei einer Wassertemperatur von knackigen 2 Grad auch durchaus eine kluge Entscheidung. Aber auch dieser Temperatur haben wir uns im Laufe dieses Urlaubs gestellt, zwei Mal sogar. Mehr dazu aber in einem anderen Artikel.

Wer mich gut kennt, weiß dass ich ein sehr melancholischer Mensch sein kann und mir gerne die eine oder andere Träne über die Wange kullert. An dem Strand war es auch wieder einmal so weit. Ich finde man muss einfach so unendlich dankbar sein, dass man reisen darf und solche einzigartigen Orte mit eigenen Augen sehen kann. Klingt jetzt zwar ein wenig schnulzig, aber muss auch ab und zu einmal wieder gesagt werden. Und wenn man solche Momente dann auch noch mit dem Menschen, den man liebt teilt, dann ist das Glück perfekt. Ein kluger Mensch hat einmal gesagt: „Reisen ist das Einzige, was man kauft, das einen reicher macht“. Und zumindest auf mich trifft es zu.

Jökulsárlón Island ©Ines Erlacher Jökulsárlón Island ©Ines Erlacher
Nachdem wir unsere ausgesetzten Kollegen und Kolleginnen wieder eingesammelt haben geht es zum letzten Stopp: nach Vìk. Der Name bedeutet „Bucht am sumpfigen Tal“. Es ist der südlichste Punkt auf Islands Hauptinsel und ist – wie Island generell – rau und sehr beeindruckend. Laut Wikipedia zählt der Ort ganze 296 Einwohner – der Stand ist aus 2014. Mittlerweile wird die Bevölkerung wohl schon die 300er-Marke überstiegen haben. Bis auf Reykjavík gibt es keine größeren Städte. Ich mag das. Ein lustiges Detail am Rande, was mir gerade in dem Zusammenhang in Erinnerung kommt: es gibt Schulen mit 4 Volksschülern. Leider habe ich mir nicht genau gemerkt wo diese Schule war, aber bei den Einwohnerzahlen, die die Städte haben, wird dies wohl öfters vorkommen. Den schönen Strand von Vìk lassen wir aus. Ein schwarzer Sandstrand in der Dunkelheit erscheint nicht ganz so sinnvoll. Das Meer ist auch sehr stürmisch. Der Strand wurde zu einem der schönsten Strände der Welt gewählt. Auch die Kirche im „Ortskern“ lassen wir aus. Es ist kalt und dunkel. Zusätzlich verspüren wir ein mittelmäßiges bis starkes Grummeln aus der Magengegend. Nachdem ich, wenn ich nicht regelmäßig gefüttert werde, gerne zum Gremlin mutiere, ist es wohl die klügere Entscheidung unseren Blick auf Vìk (oh wie ich diese Wortspiele liebe) durch das Fenster eines Restaurants zu genießen. Das Restaurant wirkt auf den ersten Blick eher bescheiden, hat aber, vor allem durch die schöne Aussicht, einen besonderen Charme. Das Essen ist einfach aber gut.

Eine so zauberhafte Landschaft, die wie aus einer anderen Welt erscheint, ist natürlich prädestiniert für Geschichten und Sagen. Eine davon steht in Verbindung mit der Ortschaft Vìk: sie berichtet von drei Trollen, die bei dem Versuch ein Schiff an Land zu bringen, wohl von der Sonne überrascht  wurden. Für die Trolle war das nicht so tolle, denn sie werden zu Stein wenn Sonnenlicht auf sie trifft. An dem ein oder anderen Strand hätte ich mir das auch schon gewünscht, aber der Gedanke dann nur an einem Platz verweilen zu können lässt das Ganze dann nicht mehr so prickelnd erscheinen.

Wir sind am Ende der Tour angekommen und somit kann sich nun endlich auch unser Drill Instructor und Minutenzähler-Guide entspannen. Spannend ist, dass bei einem Besuch im Wolle-Shop das erste Mal an dem Tag dann auch trödeln erwünscht ist. Wer weiß, vielleicht steht der Guide in irgendeinem Naheverhältnis zu dem Shop oder wird mit Wolle bestochen… Islandwolle hält wirklich sehr warm und ich liebe meine tollen Handschuhe. Die hatte ich aber zuvor schon im Internet bestellt. Somit verließ ich das Geschäft ohne auch nur etwas gekauft zu haben. Diese Wollteile sind nicht wirklich günstig, aber wenn man sie immer schön frisiert  – es gab da so nette kleine Bürsten zu jedem Pulli – bleiben sie wohl ewig schön und sorgen für wohlige Wärme. Nachdem die Schafe in Island fast das ganze Jahr im Freien verbringen, ist die Wolle auch etwas wasserabweisend. Schadet auch nicht.

Erst auf dem Heimweg merken wir dann, dass wir nun schon über 14 Stunden unterwegs sind. Es ist nun also passiert: unser erstes Mal so nahe am Polarkreis. Island liegt knapp südlich des nördlichen Polarkreises. Wir waren sofort Feuer und Flamme – zugegeben, ein ziemlich ausgelutschtes Wortspiel, wenn man an die ganzen Vulkane und die Gletscher denkt. Nennen wir es lieber „Arktifiziert“. Island ist zwar quasi „nur“ ein arktisches Randgebiet, aber definitiv unsere „Einstiegsdroge“. Wir wollen mehr…

 

 

6 Gedanken zu “Island – South Coast Tour Teil 2

  1. Hallo Ines!
    Island ist ein großer Traum von mir, auch mein Mann schwärmt ständig von seiner früheren Reise dorthin.
    Mit Hund ist so eine Tour leider nicht ganz einfach durchzuführen, darum begnüge ich mich erstmal mit deinen eindrucksvollen Berichten!
    LG Carolin

    1. Hallo Carolin, danke für deinen Kommentar Island ist echt traumhaft! Stimmt, mit Hund ist es eher schwerer… Bald sind wir wieder dort und dann gibt’s wieder Bilder und Beiträge liebe Grüße Ines

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