Santiago de Cuba ©Thomas Mussbacher und Ines Erlacher

Mit dem Oldtimer nach Santiago de Cuba

Begleitet uns auf eine abenteuerliche Fahrt mit einem Ford Oldtimer nach Santiago de Cuba, der zweitgrößten Stadt Kubas.

Neben den geführten Spaziergängen, wie zB. dem zum Las Guanas Trail, kann man auch Ausflüge in die Umgebung machen. Santiago de Cuba zum Beispiel bietet sich an. Es gibt die Möglichkeit mit einem Reisebus für ca. € 80 pro Person. Etwas exklusiver ist da schon die Fahrt mit dem Oldtimer, welche auch noch eine Flasche Rum inkludiert. Diese kostet € 130 pro Person. Diese beiden Ausflüge können bei der Reiseleitung gebucht werden. Wir entscheiden uns, selbst einen Fahrer über die Rezeption zu organisieren. Bei 4 Personen ist der Preis € 60 pro Person. Eine sehr gute Entscheidung, denn auch hier fahren wir mit einem echt coolen Oldtimer.

 

Eine Fahrt die man nie mehr vergisst…

Wir starten bereits um 6 Uhr 30. An der Hotelrezeption angekommen steht da plötzlich dieser geniale goldene Ford-Oldtimer. Und YES – der ist unserer für heute. Mit kubanischem Fahrer versteht sich. Wie wir euch bereits in unserem Beitrag Kuba. Karibische Leichtigkeit genießen. erzählt haben, haben viele Kubaner in den Tourismus gewechselt beziehungsweise sich selbstständig gemacht. Auch unser Fahrer hatte vorher einen anderen Beruf. Als Taxifahrer, der auch Touristentouren anbietet, verdient er aber einfach besser.

Santiago de Cuba ©Thomas Mussbacher und Ines ErlacherSantiago de Cuba ©Thomas Mussbacher und Ines Erlacher

Wir steigen also in den Schlitten ein uns los geht die Fahrt. Spannend, denn die Straßen sind nicht im besten Zustand und scheinbar ist auf Kuba alles möglich. Pferdekutschen, Tiere auf den Kutschen, Fahrräder mit mehreren Fahrgästen – die Liste könnte man schier endlos weiterführen. Was aber gleich auffällt: hier funktioniert es. Bei uns in Österreich beharren alle immer auf Ihren Vorrang und keiner achtet mehr auf andere Verkehrsteilnehmer. Echt gut zu sehen, dass es auch anders geht. Aber: ohne Hupe läuft hier nichts.

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Es scheint heute ein besonders heißer Tag zu werden und wir fahren auch noch zur heißesten Stadt Kubas. Das Auto hätte auch eine Klimaanlage, aber wir lassen uns lieber den Fahrtwind um die Nase wehen. Ansonsten scheint der Radio das einzige zu sein, was an Elektronik funktioniert – weder Tacho, Tankanzeige oder die Uhr bewegen sich jemals während der Fahrt. Aber genau das macht den Charme aus. Sonst sieht man aber, dass das Auto liebevoll gepflegt wird.

Nach circa 3 Stunden Fahrt vorbei an kleinen Dörfern und zahlreichen Zuckerrohrplantagen sind wir dann in Santiago de Cuba. Kleiner Tipp am Rande: es gibt auf Kuba nur wenige Tankstellen und keine Raststationen (zumindest auf unserer Strecke). Wer also auf die Toilette muss, sollte die einzige Möglichkeit auf halber Strecke nutzen. Die Strecke hat zwar nur etwa 200km aber durch die schlechten Straßenbedingungen zieht es sich ein wenig. Vor allem die 3-spurige „Autobahn“ ist ein Highlight für sich. Nicht 3 Spuren pro Richtung sondern insgesamt, eine für jede Richtung und eine in der Mitte für halsbrecherische Überholmanöver. Guantanamo wäre noch weitere 70km entfernt, aber bei den Straßenbedigungen ist man schon froh, es an einem Tag nach Santiago de Cuba und wieder zurück zu schaffen…

Santiago de Cuba

Der erste Stopp ist Moncada. Die Kaserne war einst Schauplatz der Revolution und ist nach dem spanischen Freiheitskämpfer Guillermo Moncada benannt. Im Jahr 1953 begann hier der Kampf gegen das Batista-Regime. Der Beginn der Revolution am 26. Juli wird hier in vielen Bildern dargestellt. Wir erfahren sehr viele interessante Fakten und sehen zahlreiche originale Exponate. Das WC ist ein echtes Erlebnis: die Spülung mittels Blechdose ist echt der Hit. Und auch das Abdrehen des Wassers ist abenteuerlich. Aber Spaß beiseite: das Museum ist nicht nur für Fans der Revolution ein echtes Muss. Es befindet sich in einer ehemaligen Kaserne in der einst die Amerikaner Zuflucht suchten. Heute ist hier (wie auch in anderen ehemals amerikanischen Kasernen) eine Schule untergebracht.

Santiago de Cuba ©Thomas Mussbacher und Ines Erlachermoncada-3 Moncada Santiago de Cuba © Thomas Mussbacher und Ines Erlacher

Modell von Fidel Castros Shiff Granma (Großmutter):

Moncada Santiago de Cuba © Thomas Mussbacher und Ines Erlacher

26. Juli 1953 – Sturm auf die Kaserne Moncada und der Beginn der Revolution:

Moncada Santiago de Cuba © Thomas Mussbacher und Ines Erlacher

„Ni muertos, ni olvidados“

Weder getötet noch vergessen.

Um zu beweisen, dass eine Meuchelei stattfindet, wurden von Überlebenden Fotos gemacht. Damit diese nicht nachträglich noch hingerichtet werden können, wurde damit dokumentiert, dass sie den Kampf überlebt haben. Zahlreiche Menschen wurden gefoltert und getötet. Im Museum Moncada wird dies in einigen Bildern dargestellt und zu Ehren der Mitstreiter der kubanischen Revolution sind dort auch Ihre Bilder und Namen verewigt. Wer mehr zu Moncada und den Sturm auf die Kaserne nachlesen möchte, findet zum Beispiel auf Wikipedia weitere Informationen.

Moncada Santiago de Cuba © Thomas Mussbacher und Ines Erlacher Moncada Santiago de Cuba © Thomas Mussbacher und Ines Erlacher

„Podran cortar todas las flores pero nunca terminaran con la primavera.“

Comandante Ernesto Che Guevara

Sie können alle Blumen abschneiden, den Frühling aber können sie nicht aufhalten.

Am 17. Oktober 1997 wurde Ernesto Che Guevaras Leiche nach Kuba zurück überführt. Er starb nach dem Versuch einen Guerillaaufstand in Bolivien herbeizuführen. Begleitet wurde die Beisetzung von den Worten Fidel Castros: „Warum dachten sie, er würde als Kämpfer aufhören zu existieren, wenn sie ihn töten?“. Sein Mythos lebt heute weiter und spendet vielen menschen Mut, für das einzutreten, für das sie stehen. Im Museum von Moncada sind auch einige persönliche Gegenstände des Comandante ausgestellt:

Moncada Santiago de Cuba © Thomas Mussbacher und Ines Erlacher

Unser Highlight: Fidels Truck

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Die abenteuerliche Fahrt geht weiter durch die engen Gassen von Santiago de Cuba.

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Wir besuchen den Plaza Mayor mit dem Parque Céspedes. Von dem Balkon hat Fidel Castro seine Siegesrede zur Revolution gehalten.

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Auf dem Platz befindet sich ebenfalls die Kathedrale, welche der Papst schon mehrmals besucht hat. Der Papst gilt als wichtige Person in der Annäherung von Kuba und Amerika.

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Hier befindet sich auch das älteste Haus Kubas.

Santiago de Cuba ©Thomas Mussbacher und Ines Erlacher

Ein kompletten Rundblick gibt’s hier:

Es ist Zeit für eine Erfrischung und wir besuchen dazu DAS Hotel am Platz, das Hotel Casa Granda. Wir trinken einen original kubanischen Mojito und lauschen der kubanischen Band, die spontan an der Ecke vom Hotel kubanische Klassiker zum Besten gibt. Oh wie wir das lieben. Kubanische Lebensfreude pur.

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Genießt noch einen Blick auf den Plaza Mayor und den Parque Cespedes, begleitet von kubanischer Musik:

 

Was uns an Santiago de Cuba besonders gefällt sind die Oldtimer, die engen Gassen und die bunten Häuser.

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Castillo San Pedro della Roca

Nachdem es drückend heiß ist, entscheiden wir die Stadttour zu beenden und noch einen Sprung beim Castillo San Pedro della Roca vorbei zu schauen. Es wird auch Castillo del Morro genannt (nicht mit dem in Havanna verwechseln). Die Festung diente einst als Abwehr gegen Piraten. Hier bietet sich ein atemberaubender Blick auf das Meer.

 

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Es hat gefühlte 45 Grad. Die Hitze hat uns wirklich zugesetzt. Es ist bisher wirklich ein unvergesslicher Tag, aber die Lust auf ein erfrischendes Bad im Pool und einen Besuch an der Poolbar treiben und zurück in Richtung Hotel.

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Unser Resümee: Wir hatten zwei verschiedene Reiseführer. Einer lobte Santiago de Cuba in den höchsten Tönen, der andere betonte die hohe Kriminalität. Von der haben wir aber absolut nichts mit bekommen. Klar saßen immer wieder einmal Bettler, die nach etwas Kleingeld fragten, aber alle waren relativ zurückhaltend und freundlich. Wir würden einen Besuch von Santiago de Cuba auf jeden Fall empfehlen. Morbider Charme und Lebensfreude pur. So würden wir Santiago de Cuba beschreiben. Musik in den Straßen, bunte Häuser und überall freundliche Menschen. Man fühlt sich hier sehr willkommen. Vor allem die Individualität unserer Tour war perfekt für uns. Mit einer Reisegruppe geht das natürlich nicht. Nachdem es auch noch günstiger war, sprach für uns alles für einen privaten Fahrer. Es hat alles perfekt gepasst. Auch die Fahrt mit dem Oldtimer war ein besonderes Erlebnis, welches wir nicht mehr missen möchten. Danke Kuba, danke Fidel.

 

Kennt ihr schon die ersten beiden Beiträge über unsere Kuba Reise?

Kuba. Karibische Leichtigkeit genießen.

Unser Spaziergang zum Las Guanas Trail.

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