Ryanair © Ines Erlacher und Thomas Mussbacher

Ryanair und die neuen Gepäckvorschriften – das solltet ihr wissen!

Die europäische Nummer 1 unter den Billigfliegern Ryanair hat im Laufe des gestrigen Tages mittels Press roll out 3 größere Änderungen beim Umgang mit Passagiergepäck angekündigt.

Hintergrund für diese Änderungen ist der Umstand, dass seit dem Ryanair den Kunden neben dem Handgepäck auch noch eine weitere kleine Tasche mit an Bord nehmen ließ, alle Gepäckablagen hoffnungslos überfüllt sind.

Der CMO (Chef der Marketing Abteilung) Kenny Jacobs hat uns in seiner E-Mail erklärt, welche Vorteile diese Umstellung hat. Wir finden aber, dass das, was auf den ersten Blick vielleicht positiv erscheint, auch mit zwei erheblichen Nachteilen verbunden ist.

Hier die Änderungen die mit 1. November europaweit in Kraft treten:

  1. Bis dato konnte jeder Passagier 2 Arten von Gepäckaufgabe kostenpflichtig hinzubuchen. Eine Variante mit 15 kg um € 25,- und eine Variante mit 20 kg um € 35,- pro Flug. Ryanair streicht die 15 kg Option mit 01. November 2017 und es wird nur mehr die 20 kg Gepäckaufgabe zum günstigeren Preis von € 25,- geben.
  2. Es ist nur mehr Priority Kunden (plus, flexi plus und family plus) gestattet ihr Handgepäcksstück 55 x 40 x 20 cm und ihre Tasche 35 x 20 x 20 cm mit an Bord zu nehmen. Alle anderen Fluggäste müssen ihr Handgepäcksstück ab- bzw. aufgeben. Dies geht aber weiterhin ohne dafür bezahlen zu müssen.
  3. Das Priority Boarding, welches nun sicherlich mehr verkauft werden wird, kostet € 5,- direkt beim Buchen und nachträglich € 6,- bis 1 Stunde vor dem Start. Pro Flug und Person versteht sich.

Was bedeutet das im Klartext für uns alle?

  1. Warten oder zahlen: Für alle die gerne mal schnell nach dem Ausstieg aus dem Flugzeug, ohne auf das Gepäck warten zu müssen, den Flughafen verlassen wollen, heißt es nun warten, bis das Handgepäck ausgeladen wird oder man zahlt die € 5,- bzw. € 6,- um seine Sachen auch in der Kabine bei sich zu haben.
  2. Wertgegenständen können nun nur mehr beschränkt sicher verstaut werden: Konnte man früher Laptop und Kameras bequem im Handgepäck transportieren, muss dies nun in einer kleinen Tasche Platz finden, oder man zahlt wieder extra dafür, dass auch der Trolley in den Flieger darf. Im Aufgabegepäck sollten solche wertvollen Gegenstände lieber nicht transportiert werden…

Der einzige wirkliche Vorteil, ist, dass das zusätzlich buchbare Gepäck nun einen Einheitspreis hat und man somit 20kg günstiger buchen kann. Wir haben diesen Service schon öfters in Anspruch genommen, wenn wir in kältere Destinationen reisen, um so mehr warme Kleidung einpacken zu können. Ob es wirklich zum Ziel von weniger Andrang im Flieger führt, wird sich wohl erst weisen. Die Frage ist, ob nun einfach mehr Passagiere die zweite Tasche nutzen.Gep

Ein offizielles Statement dazu gibt’s auf Youtube – die Kommentarfunktion wurde allerdings deaktiviert…

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Was meint ihr zu den Änderungen von Ryanair: Vorteil oder Nachteil?

 

4 Gedanken zu “Ryanair und die neuen Gepäckvorschriften – das solltet ihr wissen!

  1. … Hm. „und ihre Tasche 35 x 20 x 20 cm mit an Bord zu nehmen“ – in welcher Tasche verstaue ich dann jetzt nochmal ohne Priority die Wertsachen, wenn ja selbst eine kleine Tasche nicht erlaubt ist?

    Schade … irgendwie wird Ryanair gerade ziemlich unattraktiv. 🙁

    Alles Liebe, Claire

  2. Ganz ehrlich? Ich habe null Verständnis dafür warum Menschen mit dieser Airline fliegen. Die Piloten sind nicht fest angestellt, sondern werden zu einer Schein Selbstständigkeit gezwungen. Lohnfortzahlung im Krankheitsfall? Gibt es nicht! Immer wieder kommen Fälle ans Licht in denen Piloten, die viel zu krank zum Fliegen waren, zum Dienst erschienen sind, weil sie es sich a) nicht leisten konnten zuhause zu bleiben und sie b) Angst um ihren Arbeitsplatz haben müssen.
    Ryanair spart wo sie können, auch an der Sicherheit. Da wird gerne mal zu wenig getankt. Es treten immer wieder Fälle auf, in denen Ryanair die Luftnotlage aufgrund von zu wenig Treibstoffes erklärt. Hierbei handelt es sich dann aber nicht um einen plötzlich aufgetretenden Notfall, sondern um ein von vorneherein in Kauf genommenes Risiko, durch eine viel zu knappe Sprit Kalkulation. Setzt sich ein Kapitätn über solch unsichere Anweisung hinweg, verliert er über kurz oder lang seinen Job.
    Das Ryanair massiv Gemeinden und ihre Flughäfen erpresst und extrem niedrige Start und Landegebühren verlangt um in eine bestimme Region zu fliegen, und dann der Steuerzahler für die Differenz aufkommt, ist eigentlich auch hinlänglich bekannt.
    Und all das ist nur die Spitze des Eisberges!
    Wer sich teuere Flüge nicht leisten kann, sollte sich andere Reise Alternativen suchen, anstatt solch ein „Geschäftsgebahren“ zu unterstützen.
    Sorry, aber das musste mal gesagt werden.

    Zum nachlesen https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/04/13/ryanair-den-preis-fuer-billige-fluege-zahlen-die-mitarbeiter/
    http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2012-08/ryanair-treibstoffpolitik-notlandung
    http://www.huffingtonpost.de/2017/03/21/ard-ryanair-flugzeuge-schock-skandal_n_15518402.html

    1. Liebe Stephanie,
      danke für deinen Kommentar. Es freut uns, dass du deine Meinung mit uns teilst und dem Thema kritisch gegenüberstehst. Auch wir beschäftigen uns immer wieder mit dem Thema. Leider sind solche oder ähnliche Bedingungen kein Einzelfall. Auch bei anderen Fluglinien (mit teureren Ticketpreisen) ist nicht alles so rosig wie es aussieht. Sie bekommen fast alle Subventionen um an bestimmten Flughäfen überhaupt zu landen, schwangere Frauen werden gekündigt, Piloten leiden an Schlafstörungen, Depressionen oder Burnout, die Ausbildung muss selbst finanziert werden und oftmals gibt es dann keinen freien Job und sie sind Jahrelang arbeitslos oder, im schlimmsten Fall, die Lizenz verfällt. In anderen Branchen sieht das ähnlich aus. Und auch da sind es nicht nur die, die zu günstigen Preisen verkaufen. Bei günstigen Anbietern oder Firmen die polarisieren wird es einfach öfter angeprangert. Danke auch für die Artikel, die sich auf jeden Fall mit einem aktuellen Thema vieler Firmen beschäftigen, auch wenn die Artikel schon etwas älter sind. Wir finden, dass jeder sich seine eigene Meinung bilden und für sich entscheiden sollte. Aber natürlich ist es gut, nicht alles zu glauben was man liest/sieht/hört und die Dinge kritisch zu hinterfragen.
      Liebe Grüße
      Ines und Thomas

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