Strokkur Heißwassertal Haukadalur Island ©Ines Erlacher

Island – Golden Circle

Tag 2 in Island. Nach den tollen Erlebnissen gestern fällt mir das Aufstehen gleich viel leichter. Auch wenn die lange Dunkelheit schon sehr verwirrend für den Biorhythmus ist. Aber ein guter Kaffee und das leckere Frühstück gleichen das aus. Wieder bestens organisiert und pünktlich geht es los: der Golden Circle steht auf dem Programm. Ein wahrer Klassiker und eine Must-See-Tour. Ja diesmal bin sogar ich vorab informiert. Will ja nichts verpassen 🙂

Der erste Stopp ist die Fridheimar Farm. Eine Tomaten-Islandpferde-Farm. Isländische Tomaten? Echt jetzt? Das sind so meine ersten Gedanken, kurz nachdem ich mich wieder gefangen habe. Pferde nämlich. Meine Kindheits-Jugendleidenschaft. Die kleine Ines ist nämlich als Kind immer völlig verrückt geworden, wenn irgendwo Pferde zu sehen waren. Tu ich immer noch. Jetzt hab ich das halt irgendwie besser unter Kontrolle. 🙂 Zuerst sind aber die Tomaten an der Reihe. Echt ein schräger Gedanke, zumindest auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick dann aber echt cool. Geothermie macht’s möglich. Damit wird das Gewächshaus nämlich geheizt. Geschmacklich können sie zwar nicht mit sonnengereiftem Gemüse mithalten, aber die Tomatensoße ist echt gut. Besonders spannend finde ich, dass kleine, dicke Hummeln für die Bestäubung sorgen.

Fridheimar Farm Island ©Ines Erlacher Fridheimar Farm Island ©Ines Erlacher Fridheimar Farm Island ©Ines Erlacher Fridheimar Farm Island ©Ines Erlacher Fridheimar Farm Island ©Ines Erlacher

Dann darf ich endlich zu den Island-Hotties. Das ist echt der Hammer, wir dürfen nicht nur in den Stall sondern die Pferde auch streicheln. Leider muss ich mich dann von ihnen trennen. Kurzzeitig spiele ich mit dem Gedanken eines in meiner Tasche mit zu schmuggeln… Leider sind die Fotos vor lauter Aufregung verwackelt geworden…

Wieder im Bus steuern wir das nächste Highlight an: den Geysir Strokkur (was so viel heißt wie Butterfass) im Heißwassertal Haukadalur. Schon alleine die heißen Quellen und der Wasserdampf sind schon sehenswert.

Heißwassertal Haukadalur Island ©Ines Erlacher Heißwassertal Haukadalur Island ©Ines Erlacher

Durch mehr oder weniger regelmäßige Eruptionen wird Wasser fontänenartig bis zu 35m aus der Erde gestoßen. Unser Guide empfiehlt uns, gleich bei der ersten Eruption nicht auf den Kameraauslöser zu vergessen. Erscheint sinnvoll. Viele vergessen aber vor lauter Begeisterung darauf. Uns kann das nicht passieren denken wir und so stehen wir da, voll konzentriert. Tja und dann ist es soweit. Zuerst scheint sich das Wasser zu verziehen. Dann eine Blase und Boom draußen ist die Fontäne und jetzt ratet mal was passiert ist. Auslöser vergessen… Egal, nach ca. 10 Minuten das gleiche Naturschauspiel und da hat es dann auch mit dem Foto geklappt. Alle Kameras auf den Geysir gerichtet. Echt geil – dafür gibt es einfach keine andere Beschreibung. Das Ganze wird dann noch aus unterschiedlichen Perspektiven und Entfernungen wiederholt.

Einfach unglaublich, aber seht selbst:

Nein Scherz. Das ist Strokkur:

Strokkur Heißwassertal Haukadalur Island ©Ines Erlacher

Danach gibt es eine eher unspektakuläre Pause mit netten Nachbarn am Tisch. Ein bisschen über Gott und die Welt quatschen und wieder mein Lieblingsthema: Pferde. Sind nämlich Pferdehofbesitzer. Mein Traum.

Auch an diesem Tag ist die Reisegruppe wieder sehr manierlich und pünktlich beim Bus. Der Zeitdruck ist nicht mehr ganz so präsent wie am Tag 1. Nichtsdestotrotz, auch der nächste Halt verspricht wieder ein Highlight: Gullfoss. Einer der größten Wasserfälle Islands und eine der Top-Sehenswürdigkeiten. Schon im Bus bemerken wir das Paar neben uns. Die beiden sehen eher so aus als würden Sie auf ein Businessmeeting gehen als einen eisigen Weg zu einem Wasserfall beschreiten, aber schlussendlich meistern auch sie es. Festes Schuhwerk ist aber wirklich empfehlenswert. Der Abstieg bis zum Wasserfall gleicht einem frisch gepflegten Eislaufplatz. Dennoch gibt es ein paar Wahnsinnige, die sogar über die Absperrung klettern um ein perfektes Selfie zu schießen. Leute, das muss echt nicht sein… Am Ende des Weges angekommen entdecken wir noch einen netten Touri mit Jesuslatschen und Socken – top! Tja es gibt nichts, was es nicht gibt. Echt beeindruckend ist aber der Anblick der Wassermassen, der einen den ganzen Abstieg fesselt und auch beim späteren Betrachten der Fotos und Videos wieder einholt. Gänsehaut pur.

Ihr wollt auch Gänsehaut? Bittesehr:

Gullfoss Wasserfall Island ©Ines Erlacher


Alle einsteigen. Und ab zur Laugarvatn Fontana. Bevor das Wellnessvergnügen los geht, wird aber erst einmal Brot gebacken. Quasi halt. Ein netter junger Isländer mit Bart, der unweigerlich an einen Hobbit erinnert, packte eine Schaufel und einen Topf und wir schlendern hinter ihm her. Er erzählt uns einige Fakten und beginnt zu graben. Wir stehen auf einem geothermischen Feld. Neben uns ein See in dem heißes Wasser austritt und das Wasser zum Blubbern bringt. Dort gräbt er dann einen Topf aus und einen für den nächsten Tag wieder ein. Es riecht nach Kuchen, sieht aus wie Kuchen, ist aber Brot. Ein ziemlich leckeres, leicht süßlich schmeckendes und noch ganz warmes Brot, das die Nacht über von der Wärme im Boden gebacken wird. Sehr praktisch und umweltfreundlich. Die leicht gesalzene Butter ist echt genial dazu. In Anbetracht dessen, bald im warmen Wasser zu plantschen, lasse ich es aber lieber beim Kosten. Warmes Brot halt 😉

Laugarvatn Fontana spa & wellness Island ©Ines Erlacher

Ich liebe ja warmes Wasser, aber die 39° Grad sind sogar mir fast zu warm. Ich muss immer wieder einmal raus. Echt super ist aber, dass das Wasser ganz ohne Chlor auskommt. Es sieht zwar etwas trüb aus, aber ohne Chemie ist es einfach besser für die Haut.

Das natürliche Dampfbad mit Dampf, der ca. einen Meter unter uns austritt, ist das Highlight der Fontana. Ein unvergessliches Erlebnis. Ich habe euch ja versprochen, dass wir auch noch ins kalte Wasser vorgedrungen sind. Hier war das erste Mal. ca. 8° Grad.

Laugarvatn Fontana spa & wellness Island ©Ines Erlacher

Grundsätzlich bin ich ja eher aus der Kategorie „Warmbaderin“, aber wenn man schon einmal da ist… Nebenbei rette ich noch ein paar Füße, denn viele hatten wohl verpasst, dass man das Wasser nicht ohne spezielle Schuhe betreten soll (wegen der heißen Quellen). Die sind echt nicht mein Fall. Kalt, nass und viel zu groß. Aber egal, da müssen wir durch. Der See ist zwar echt kalt, zwischendrin sprudelt aber immer wieder heißes Wasser aus der Erde. Die Füße und Beine schmerzen. Bis kurz vor die Knie habe ich es geschafft. Aber die Tatsache, dass es sich nicht unterscheiden lässt, ob die Schmerzen vom heißen oder kalten Wasser kommen, löst in mir doch Unbehagen aus. Unser Fazit: Es ist unbedingt zu empfehlen, die Golden Circle Tour inklusive Fontana-Besuch zu buchen. Ein echt geniales Erlebnis.

Laugarvatn Fontana spa & wellness Island ©Ines Erlacher

Der letzte Stopp an dem Tag ist aber auch toll: Þingvellir National Park. Der Buchstabe Þ wird wie das Englische TH ausgesprochen. Thingvellir also. Man fühlt sich wie auf dem Set von Game of Thrones oder so. Das Spektakuläre an dem Ort: man befindet sich zwischen zwei Kontinenten. Es ist auch möglich zwischen der Nordamerikanischen und der Eurasischen Kontinentalplatte zu tauchen und zu schnorcheln. Voll unser Ding, aber heute nicht mehr.

Thingvellir Island ©Ines ErlacherThingvellir Island ©Ines Erlacher

 

Zurück im Hotel lassen wir den Tag entspannt im Bjórgarðurinn ausklingen. Ein Biergarten im Fosshótel Reykjavík.

Fosshotel Reykjavík Island ©Ines Erlacher
Habe ich eigentlich schon über unser traumhaftes Hotel geschwärmt? Nein? Shame on me.

Fosshotel Reykjavík Island ©Ines Erlacher Fosshotel Reykjavík Island ©Ines Erlacher Fosshotel Reykjavík Island ©Ines Erlacher Fosshotel Reykjavík Island ©Ines Erlacher

Sogar der Reiseleiter hatte eine ganz aufgeregt zitternde Stimme und ein Glänzen in den Augen, als er vom „Grand new big Fosshótel Reykjavík“ gesprochen hatte. Das Essen und das Bier sind echt top. Besonders erwähnenswert finde ich aber – neben dem stylischen Interieur – den tollen Service. Selbst aus der Hotellerie kommend, erwische ich mich ja immer gerne bei kritischen Beobachtungen, aber genauso schätze ich dann, wenn der Service so unkompliziert und zuvorkommend ist. Thomas hatte bereits ein Bier und sich dann für eine Bier-Essenskombi entscheiden. Mehr Bier ist ja nie schlecht (nur zuviel kann problematisch werden…). Die nette Dame an der Bar ist aber so aufmerksam, das zweite Bier erst zu bringen, als das erste leer ist. Generell ist zu erwähnen, dass das Speisenangebot und auch die Restaurants an sich alle einen sehr hohen Qualitätsstandard haben. Gute Nacht Reykjavík.

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